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Deutschsprachige Zionismen

Verfechter, Kritiker und Gegner, Organisationen und Medien (1890–1938)

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Edited By Lisa Sophie Gebhard and David Hamann

Der moderne Zionismus bildete nie eine politische Einheit, sondern vielmehr eine heterogene Bewegung. Wie ihre ZeitgenossInnen waren auch die ZionistInnen in ihrer ideologisch-politischen Entwicklung von gängigen Wissens- und Ideenbeständen beeinflusst und verhandelten in dieser Zeitgebundenheit ihre Vision(en) von einer künftigen jüdischen Heimstätte. Die Beiträge dieses Bandes analysieren AkteurInnen, Agitationsmittel und Diskurse innerhalb der vielseitigen zionistischen Bewegung, die als ‚Zionismen‘ apostrophiert werden. Die AutorInnen hinterfragen herkömmliche Narrative im Hinblick auf individuelle und kollektive Strategien der Identitätsbildung. Sie beleuchten zudem das spannungsreiche Verhältnis der ZionistInnen untereinander sowie ihre ambivalenten Beziehungen zu nichtzionistischen Gruppen.

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Björn Siegel: Zwei Visionäre der zionistischen Eroberung der Meere. Arnold Bernsteins und Lucy Borchardts Auseinandersetzungen mit dem Zionismus

Zwei Visionäre der zionistischen Eroberung

der Meere.

Arnold Bernsteins und Lucy Borchardts

Auseinandersetzungen mit dem Zionismus

Extract

Björn Siegel

Against the background of the rise to power of Nationalsocialism, Lucy Borchardt and Arnold Bernstein, both experts in seafaring and shipping aimed at joining Zionist efforts to ‘conquer the sea’ and saving their lives and legacies. While Borchardt succeeded in becoming part of the Zionist efforts and narrative, Bernstein did not. Thus, the two examples also illustrate the constructive nature of the Zionist narrative as well as the importance of ‘Zionists’ and ‘non-Zionists’ in the history of the movement.

Die Geschichte des Zionismus wird zumeist aus der Bewegung herausgeschrieben. Protagonisten und Institutionen, die für bestimmte Richtungen des Zionismus stehen, werden exemplarisch herausgegriffen, kritisch untersucht und im zeitgenössischen Kontext eingebettet dargestellt. Vor dem Hintergrund der vielfältigen Strömungen des Zionismus und der unterschiedlichsten persönlichen Positionierungen gegenüber der Bewegung birgt eine solche Herangehensweise die Schwierigkeit, die Bewegung in ihrer Komplexität und in ihrer Interaktion mit der Gesellschaft – jüdisch wie nicht-jüdisch – darzustellen.1 Gerade die lang andauernde ambivalente Haltung vieler deutscher Juden zum Zionismus, die noch weit bis ins 20. Jahrhundert dominierte, verkompliziert die Formierung eines inklusiven Narrativs. Denn oft werden viele Protagonisten, die auch die Entwicklung des Zionismus beeinflusst haben, aufgrund einer Fokussierung auf die Kernbewegung bzw. auf eine spezifische ideologische Fragestellung aus der Geschichte des Zionismus herausgeschrieben.

Demgegenüber kann eine genaue Analyse der Entscheidungen und Motive für beziehungsweise gegen den Zionismus auf der biographischen Ebene und anhand eines lokalen Beispiels einer solchen ‚Ausblendung...

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