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Professionalisierung im Lehramtsstudium Deutsch

Überzeugungen, Wissen, Defragmentierung

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Edited By Nicole Masanek and Jörg Kilian

Die auch in der Deutschdidaktik oft formulierte Klage einer Fragmentierung des Wissens in der Lehrerinnen- und Lehrerbildung bedarf vor dem Hintergrund des Professionalisierungsgedankens einer neuen, auch kritischen Betrachtung. Das Buch lädt dazu ein, indem es Beiträge versammelt, die die Kategorien Überzeugungen, Wissen und Defragmentierung als Facetten der professionellen Kompetenz beleuchten: Welches Wissen sollten angehende Deutschlehrerinnen und -lehrer bereits in der ersten Phase der Lehrerinnen- und Lehrerbildung erwerben? In welchem Verhältnis steht das geforderte Wissen zum tatsächlich erworbenen Wissen? Wie können universitäre Lerngelegenheiten gestaltet sein, die zwischen theoretischer Durchdringung von Fachinhalten und den Anforderungen der Praxis vermitteln? Welche Stolpersteine zeigen sich auf dem Weg hin zu einer professionell erzeugten Unterrichtsqualität im Fach Deutsch? Die Autorinnen und Autoren referieren Ansätze, Methoden und Befunde aktueller deutschdidaktischer Forschungsprojekte, die dazu ansetzen, diese Fragen zu beantworten.

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Professionalisierung im Lehramtsstudium des Faches Deutsch – Überzeugungen, Wissen, Defragmentierung (Nicole Masanek/Jörg Kilian)

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Nicole Masanek/Jörg Kilian

Professionalisierung im Lehramtsstudium des Faches Deutsch – Überzeugungen, Wissen, Defragmentierung

Professionalisierung ist aktuell ein Schlagwort, wenn nicht gar ein Zauberwort, in der Lehrerbildung.1 Wer in früheren Zeiten eine Profession ausübte, tat dieses gleichsam als öffentliches Bekenntnis einer Leidenschaft und mit einem besonderen Interesse an der speziellen beruflichen Herausforderung, die in dem jeweiligen Handlungsfeld lag. Insbesondere Ärzte, Geistliche, Juristen gehörten zu den typischen Vertretern von Professionen. Jedes dieser beruflichen Handlungsfelder basierte auf einer akademischen Berufsbildung, die zu einem prestigeträchtigen Beruf führte, dem ein hoher Grad an beruflicher Organisation, persönlicher und sachlicher Gestaltungs- und Entscheidungsfreiheit in der Sache zugrunde lag (vgl. Bonnet/Hericks 2014, S. 3f.; vgl. Terhart 2011, S. 203f.).

Der Beruf des Lehrers und der Lehrerin wurde in früheren Zeiten und fast bis in die jüngste Vergangenheit hinein nicht systematisch mit dem Begriff der Profession in Zusammenhang gebracht, und zwar ganz unabhängig davon, ob der Weg zu diesem Beruf als Lehrerbildung oder Lehrerausbildung verstanden wurde. Dass im Kontext von Lehrerbildung in jüngerer Zeit die Frage nach einer Professionalisierung gestellt wird, dürfte zum einen mit dem Wechsel vom Persönlichkeitsparadigma zum Expertenparadigma (vgl. Blömeke 2009) sowie zum anderen mit der semantischen Ausweitung dieses Terminus zusammenhängen. Denn wer zurzeit auf Professionalisierung schaut, richtet den Blick verstärkt auf im Vorfeld nicht mehr festgelegte Berufe mit ihren zentralen Kernanforderungen, d.h. auf das Typische und Besondere einzelner Berufsfelder (vgl. Bonnet/Hericks ←9 | 10→2014,...

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