Show Less
Restricted access

Wissen und Überzeugungen von Deutschlehrkräften

Aktuelle Befunde in der deutschdidaktischen Professionsforschung

Series:

Edited By Frederike Schmidt and Kirsten Schindler

In der Deutschdidaktik sind Untersuchungen zu Wissen und Überzeugungen von Lehrkräften mittlerweile ein prominenter Gegenstand. Trotz des deutlich gewachsenen Interesses an der Erforschung von Lehrerprofessionalität ist bislang noch wenig konturiert, wie die etablierten Konstrukte «Wissen» und «Überzeugungen» fachdidaktisch zu profilieren sind. Zugleich besteht Klärungsbedarf, wie die Geltung dieser (potenziell) handlungsrelevanten Konstrukte im unterrichtlichen Handeln einzuordnen ist. Der vorliegende Band stellt diese notwendig zu führenden Diskussionen zur fachspezifischen Konzeptualisierung ins Zentrum. Vor dem Hintergrund aktueller, oftmals empirischer Projekte gehen die Autor*innen der Frage nach, welche Konturen und Herausforderungen in der Erforschung von fachlichem und fachdidaktischem Wissen und fachspezifischen Überzeugungen von Deutschlehrkräften auszumachen sind.

Show Summary Details
Restricted access

Erarbeiten mit didaktischen Artefakten. Handlungsspielräume von Lehrpersonen im grundschulischen Rechtschreibunterricht: Romina Schmidt

Extract

Romina Schmidt

Abstract: The article explores teachers’ scopes of action in the classroom using a socio-materialistic perspective. Taking situations in spelling class as an example, it will be shown that here the phase of elaborating (a particular orthographic phenomenon) is of particular interest for investigating those scopes of action. In this context, the focus on basic procedures (like underlining, rhyming or putting words in an order) will be shown to constitute a major issue in spelling class, at least partly induced by the particular didactic material used.

Unterricht zu erforschen, ist ob der hohen Komplexität dieser sozialen Situation ein anspruchsvolles Unterfangen. Eine nach wie vor prominente Strategie in der Deutschdidaktik ist es, auf die Lehrperson als Akteurin zu fokussieren. Diese zweifelsohne wichtige Perspektive muss in zwei Richtungen weitergedacht – oder besser: fundiert – werden. Zwar wird in der benannten Perspektive angenommen, dass kompetentes Handeln aus der gesteuerten Anwendung von Wissen hervorgeht (Neuweg 2011, S. 32), zugleich ist für alle, die Unterricht kennen, nachvollziehbar, dass neben bewusst getroffenen Entscheidungen auch eingespielte Routinen und selbstverständliche Abläufe eine große Bedeutung haben: Wie Lehrpersonen etwa einen Tafelanschrieb organisieren, das Arbeitsheft anmoderieren oder es überhaupt erst auswählen, sind derlei Strukturen. Sie bilden die Grundeinheiten sozialer Situationen und haben damit weit mehr Relevanz, als derzeit in der Deutschdidaktik bedacht (Pohl 2018, S. 22f.). In zweiter Richtung sollte das Tun der Lehrperson ins Verhältnis gesetzt werden mit einem weiteren wichtigen Mitspieler von Unterricht: den didaktischen Artefakten. Die oft...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.