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Bildung als Aufgabe

Zur Neuvermessung der Pädagogik

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Edited By Thomas Mikhail

Die Pädagogik als Wissenschaft steht heute vor neuen Herausforderungen. In der Zeit nach PISA wird die Vorstellung, es genüge, die Bildungslandschaft zu vermessen, zunehmend als Verfremdung ihrer eigentlichen Aufgabe erkannt. Die Frage nach dem Maß, von dem her bzw. auf das hin Messungen legitimiert und orientiert werden können, rückt wieder in das Blickfeld der Forschung. Die empirische Erziehungswissenschaft vermag dieses Maß nicht zu besorgen. Gefordert ist das, was man bildungsphilosophische Reflexion im weitesten Sinne nennen muss. Ihre Aufgabe wird es sein, über die Voraussetzungen und Grundlagen, Begriffe und Normen pädagogischen Handelns nachzudenken. Vor diesem Hintergrund will der Band zur Besinnung auf pädagogische (Grund-)Fragen beitragen.

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Marian Heitger - Pädagogik und Zeit – Einige Gedanken zur Zeit und über die Zeit 21

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21 Marian Heitger Pädagogik und Zeit – Einige Gedanken zur Zeit und über die Zeit Wer versucht, dem Problem der Zeit auf die Schliche zu kommen, sieht sich alsbald jenem Dilemma gegenüber, das der hl. Augustinus in seinen Bekenntnissen so beschreibt: “Was ist Zeit? Solange mich niemand fragt, weiß ich es; wenn ich es einem auf seine Frage erklären will, weiß ich es nicht. Dennoch sage ich zuver- sichtlich: Ich weiß, wenn nichts verginge, gäbe es keine vergangene Zeit, wenn nichts hinzukäme, gäbe es keine zukünftige Zeit, und wenn nichts wäre, gäbe es keine gegenwärtige Zeit“ (1941, 306). Es kann nicht die Aufgabe dieses Beitrages sein, das Problem der Zeit in seinen philosophischen Differenzierungen vorzutragen. Aber es kann auch nicht geleugnet werden, dass die Pädagogik auf eine vielfache Weise mit diesem Problem ver- bunden ist. Um nur einige Hinweise zu geben: Die Pädagogik soll zeitgemäß sein, die Fragen der Gegenwart aufgreifen und gleichzeitig auf die Zukunft vorbereiten. Die Pädagogik hat es immer mit Personen zu tun, die in der Gegenwart leben, die eine Vergangenheit haben und auf Zukunft bezogen sind. Kant hat die Beziehung des Denkens auf Zukunft überhaupt, d. h. für alle Zukunft vor allem in seiner „Grundlegung zur Metaphysik der Sitten“ mehrfach betont. Bei der Frage nach einem für alle und zu allen Zeiten geltenden Imperativ der Sittlichkeit hat er eindringlich davor gewarnt, die Argumente für dessen Begrün- dung aus der Empirie,...

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