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Unbegrenzt

Literatur und interkulturelle Erfahrung

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Edited By Michael Hofmann

Interkulturalität ist ein Paradigma, das in den letzten Jahren immer mehr an Aktualität gewonnen hat. Rüdiger Sareika hat während seiner Arbeit an der Evangelischen Akademie Schwerte-Villigst dieses Thema in innovativer und engagierter Weise in die Diskussion gebracht und unzählige Anregungen vermittelt – und dies vor vielen anderen. Dieser Band verdeutlicht mit vielen Beiträgen namhafter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die Partnerinnen und Partner der Arbeit Rüdiger Sareikas waren, den Stellenwert interkultureller Erfahrung für die deutsche Literatur und für die aktuelle literatur- und kulturwissenschaftliche und auch kulturpolitische Diskussion.

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Reisen in das Innere von Afrika. Zu Wilhelm Raabes „Stopfkuchen“: Axel Dunker

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106 Christof Hamann mitten in das Herz Afrika’s, und der Schlüssel bekömmt auch einen herrlichen deut- schen Barth. Durch ihn einen Helden […] ist Afrika aufgeschlossen.35 Die vielfach betonten semantischen Merkmale prädestinieren die Entdeckungs- reisenden dazu, realidealistische Pioniere des (zukünftig deutschen) Raums zu werden, verbinden sie aber auch mit den zu Hause gebliebenen Deutschen. So bilden Vogel, Barth & Co. im Medium des Familienjournals wichtige Bestand- teile eines groß angelegten Projekts, in dem der Einzelne zum realen Idealisten ausgebildet werden soll, als welcher er seinen Beitrag für ein künftiges bzw. – nach der Reichsgründung und später nach dem Erwerb der ersten Kolonien – für ein verwirklichtes (Groß-)Deutschland liefern kann. In dieser medialen Kon- struktion scheint mir die eigentliche Funktion der Entdeckungsreisen in den deutschen Ländern und später dem Deutschen Reich nach 1871 zu liegen.36 35 Anonym: Der entdeckte Schlüssel zum Herzen Afrika’s, in: Die Gartenlaube 1856, S. 556-559, hier S. 556 (Hervorh. im Original). 36 Nicht allein die Zeitschriftentexte, sondern auch die in Buchform publizierten Reisebe- schreibungen der Forschungsreisenden aktualisieren die hier skizzierte Diskursposition; anhand der Untersuchung der Schriften eines Forschungsreisenden habe ich das zu zei- gen versucht: Christof Hamann: Verwundern, Entwundern, Disziplinieren. Hans Meyer bearbeitet den Kilimandscharo, in: Kulturpoetik 1, 2008, S. 39-59. Reisen in das Innere von Afrika. Zu Wilhelm Raabes „Stopfkuchen“ Axel Dunker In den von Christof Hamann beschriebenen Zeitschriften, darunter vor allem „Über Land und Meer“ und „Westermann’s Illustrierte Deutsche Monatshefte“, publizieren im 19. Jahrhunderte auch...

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