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Tätertypologien in der Wirtschaftskriminologie

Instrument sozialer Kontrolle

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Julia Hugendubel

Die präventive Tätertypenbestimmung gilt als effektives Instrument, um Wirtschaftskriminalität zu unterbinden. Vernachlässigt wird dabei jedoch eine Reihe von Nebeneffekten, wie etwa eine ungerechtfertigte Vorverurteilung von Personen. Die Untersuchung konzentriert sich daher auf die Frage, ob Wirtschaftsstraftätertypologien als Instrument sozialer Kontrolle fungieren können. Mit der qualitativen Inhaltsanalyse erfasst die Autorin theoretische wie empirische Studien zur Bestimmung von Wirtschaftsstraftätertypen und zeigt auf, welche Bedeutung Compliance-Maßnahmen in diesem Zusammenhang für die Prävention von Wirtschaftskriminalität haben. Darauf basierend diskutiert sie die Aussagekraft einer Wirtschaftsstraftätertypenbestimmung und prüft diese auf unternehmenspolitische Risiken. Die abschließenden konkreten Handlungsempfehlungen geben wertvolle Impulse für die Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität in der Unternehmenspraxis.

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D. Wirtschaftsstraftätertypologien als präventiv legitimiertes Instrument privater sozialer Kontrolle

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105 D. Wirtschaftsstraftätertypologien als präventiv legitimiertes Instrument privater sozialer Kontrolle Bei der nachfolgenden Untersuchung der wirtschaftskriminologischen Täter­ typenbestimmung als Instrument sozialer Kontrolle wird differenziert zwischen intendierten und nicht intendierten Effekten. Als maßgebliche mit der Täter­ typenbildung verfolgte Intention der anwendungsbezogenen Studien ist im voran­ gegangenen Untersuchungsabschnitt die Prävention von Wirtschaftskriminalität in Unternehmen festgestellt worden. Die Untersuchung konzentriert sich daher schwerpunktmäßig auf den präventiven Einsatz der Tätertypenbestimmung, der von allen der dargestellten anwendungsbezogenen Studien angegeben wurde. Ausgehend von der präventiven Zielsetzung wirtschaftskriminologischer Tä­ tertypologien ist zunächst von Interesse, wie diese überhaupt als Kontrollinstru­ ment in der Praxis eingesetzt werden können. Hierzu machen die dargestellten Studien jedoch kaum konkrete Angaben. In den überwiegenden Fällen wird lediglich allgemein empfohlen, im Zuge der gewonnenen Erkenntnisse über Tätertypen darauf ausgerichtete Compliance­Maßnahmen zur Prävention von Wirtschaftskriminalität im Unternehmen einzuführen, ohne aber die konkrete Nutzungsmöglichkeit zu erläutern. Neben der Frage der Nutzungsmöglichkeit, werden in einem weiteren Schritt die Erfolgsaussichten einer präventiv legitimierten Tätertypenbestimmung eva­ luiert. Dazu wird zunächst das methodische und methodologische Vorgehen der dargestellten Studien zu Wirtschaftsstraftätertypologien untersucht, um deren Aussagekraft zu beurteilen. Daran anschließend wird, bezugnehmend auf Aus­ sagen konstruktivistischer Handlungs­ und Kriminalitätstheorien, allgemein die Eignung einer präventiv legitimierten Tätertypenbestimmung zur Unterbin­ dung von Wirtschaftskriminalität überprüft. Danach wird ausgehend vom Labeling Approach auf weitere in Betracht kom­ mende, nicht intendierte Effekte der...

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