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Deutsche Grammatik

Ein völlig neuer Ansatz

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Józef Paweł Darski

Diese Grammatik basiert auf allgemeinen menschlichen Sprachprinzipien, dargelegt im Linguistischen Analysemodel des Autors aus den Jahren 1987 und 2004. Es werden hier die Prämissen und Verfahren der neuen Sprachtheorie klar dargestellt, wobei in vielen Fällen auf die grammatische Tradition verzichtet werden musste. Die exakten Definitionen der grundlegenden grammatischen Termini erleichtern das Verständnis der Gesetzmäßigkeiten der deutschen Sprache. Die neuartigen, einfachen Regeln ermöglichen, den Sachverhalt auch ohne Ausnahmen und Schwankungen darzustellen. Die Grammatik, die sowohl im muttersprachlichen Unterricht als auch im Deutsch als Fremdsprache-Unterricht eingesetzt werden kann, ist widerspruchsfrei und kann zu selbstständigen kontrastiven Sprachvergleichen anleiten. Grammatische Vorkenntnisse sind zur Rezeption des Inhalts nicht erforderlich. Wünschenswert ist nur logisches Denken.
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12 Der Stamm

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12.1 Geschichtliches

Als Erster hat die Wortanalyse in Stammwort, Stamm, Wurzel und Endung Schottel (1663) in Anlehnung an das Hebräische angewendet:

Die Ausdrücke Stammwort und Stamm (in sprachwissenschaftlicher Bedeutung) sind bei Schottel zuerst belegt (Grimm / Grimm 1984, 17:643 und 673). Dies ist ein Indiz dafür, dass die Idee, Stammwörter zu isolieren und zwischen Stamm und Endung zu unterscheiden, von Schottel stammt (vgl. auch Haaßengier 1993). (Weber 1995: 377)

Als Stamm gilt bei Schottel ein semantisch weiter nicht analysierbares Wort oder Simplex (als Beispiel wurde Reich angeführt) und als Endung all das, was auf den Stamm folgte. Erst seit Ende des 18. Jahrhunderts wurde nur die schottelsche Endung von Meiner, Adelung und ihren Nachfolgern weiter differenziert. Schwierigkeiten hat es gegeben bei der Bestimmung der Verbstämme.

Adelung (1801: 258) und anfangs auch Bauer (1830: 111) gehen bei der Bildung des Präsens und Präteritums vom Imperativ als Simplexform aus. Sie betrachten diese einfache Verbform als die Wurzel. Später gehen Bauer (1830: 273) und seine Nachfolger vom einfachen Infinitiv aus:

[…] als Wurzelform der Verben muß man eigentlich nicht nach § 535 den Imperativ, sondern den Infinitiv, nach Wegwerfung der allgemeinen Verbalendung en oder n, annehmen, und der Imperativ kann nur die Wurzelform heißen, insofern derselbe mit dieser Abkürzung des Infinitivs übereinstimmt, was freilich fast immer der Fall ist: laufen, lauf, stehen, steh, reiten, reit, fahren, fahr, trotzen, trotz. Demnach...

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