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Das Gymnasium der Migrationsgesellschaft

Deutschförderung für mehrsprachige Schüler zwischen Zweit- und Bildungssprache

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Gerald Fischer

Spätestens seit der Jahrtausendwende befindet sich das Gymnasium in einer krisenhaften Umbruchphase. Gerald Fischer beleuchtet eine bislang vernachlässigte Facette jenes Wandlungsprozesses, nämlich den wachsenden Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund. Welche Auswirkungen hat diese Entwicklung auf den Schulalltag des Gymnasiums? Welche Besonderheiten gymnasialen Unterrichts erklären den geringeren Bildungserfolg mehrsprachiger Schüler mit nichtdeutscher Erstsprache? Wie muss ein Förderkonzept aussehen, das die Erwerbsbedingungen von Deutsch als Zweitsprache berücksichtigt? Auf diese Fragen gibt das Buch u. a. anhand von Sonderauswertungen amtlicher Statistiken und Jahrgangsstufenarbeiten, sowie eigener Sprachstandserhebungen und Expertenbefragungen Antworten.
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3.3.3 Allgemeine Sprach- und Lesekompetenzen: der C-Test

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Als Erstes werden jeweils drei Fachlehrpläne der 4. und 5. Jahrgangsstufe im Hinblick auf Aussagen zu den erwarteten Sprachkompetenzen miteinander verglichen: Die Wahl fällt auf die Fächer Deutsch und Mathematik sowie auf den Heimat- und Sachunterricht für die 4. Jahrgangsstufe bzw. das Fach Geographie für die 5. Jahrgangsstufe des Gymnasiums.663 Daran schließt sich die exemplarische Analyse einiger Lehrwerke dieser Fächer an, um die institutionellen Vorgaben mit den tatsächlichen Anforderungen des Unterrichtsalltags abzugleichen.

← 215 | 216 → Die Lehrpläne allein liefern noch keine erkennbaren Anhaltspunkte dafür, dass es an der Schnittstelle zwischen Grundschule und Gymnasium einen deutlichen Sprung im geforderten sprachlichen Leistungsniveau gibt. Stattdessen wird die Kontinuität in der schulischen Arbeit nach dem Übertritt hervorgehoben:664 In sprachlicher Hinsicht soll in der vierten Klasse das Fundament gelegt worden sein, damit die für das Gymnasium geeigneten Schüler nach dem Wechsel die gymnasialen Anforderungen aus eigener Kraft meistern können.665 Sowohl in der Grundschule als auch im Gymnasium wird zwar darauf hingewiesen, dass sprachliche Bildung eine Erziehungsaufgabe ist, für die alle Fächer Verantwortung übernehmen müssen.666 Trotzdem konzentrieren sich die sprachlichen Lerninhalte und Bildungsziele naturgemäß eindeutig im Fach Deutsch, weshalb das Hauptaugenmerk auf der Analyse der beiden Fachlehrpläne für Deutsch liegen wird.

Im Bereich des mündlichen Sprachgebrauchs lassen sich in beiden Lehrplänen kaum nennenswerte Unterschiede feststellen.667 Im schriftlichen Erzählen ist dagegen eine Progression erkennbar, denn von Fünftklässlern werden h...

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