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Einstellungen zu Muttersprachen und Fremdsprachen

Eine empirische Studie mit Schülerinnen und Schülern in Bosnien-Herzegowina

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Enisa Pliska

Das Buch widmet sich der empirischen Erforschung von Einstellungen bosnisch-herzegowinischer Schülerinnen und Schüler zu ihren Muttersprachen bzw. deren Varietäten (Bosnisch, Kroatisch, Serbisch) und zu den Schulfremdsprachen (Englisch, Deutsch, Französisch, Russisch). Insgesamt 515 Schülerinnen und Schüler der achten Klasse aus elf «Grundschulen» wurden für diese Untersuchung befragt. Das Datenkorpus umfasst ausgefüllte Fragebögen sowie Interviewtranskripte, die durch statistische Analysen und die Qualitative Inhaltsanalyse ausgewertet wurden. Die Ergebnisse liefern bildungspolitisch höchst relevante Hinweise im europäischen Kontext zu den Folgen des Krieges von 1992 bis 1995.
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8 Ausblick

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8.  Ausblick

Am 1. Juli 2013 ist Kroatien als 28. Mitgliedsstaat der Europäischen Union beigetreten. Alle anderen Länder des Westbalkans gehören entweder zu den Kandidatenländern (Serbien, Mazedonien und Montenegro) oder zu den „potenziellen Kandidaten“ (Bosnien-Herzegowina und Kosovo) für einen EU-Beitritt. Dabei ist insbesondere die Aufnahme von Bosnien-Herzegowina in die EU eine strategische Frage für den Frieden und die Stabilität in Europa.

Aufgrund seiner spezifischen geostrategischen Lage und aufgrund der Kriegsereignisse Anfang der neunziger Jahre unterstützt die Europäische Union das Land bei seiner Annäherung an die europäischen Strukturen im Rahmen des Stabilisierungs- und Assoziierungsprozesses.96

Wenn Bosnien-Herzegowina den europäischen Weg gehen will, dann muss auch der Sprachenunterricht an den Schulen in Bosnien-Herzegowina im Sinne der europäischen Mehrsprachigkeit und der interkulturellen Erziehung neu definiert werden: „Bilingualität und Mehrsprachigkeit von klein auf und für möglichst viele Schülerinnen und Schüler ist zu einer dringenden bildungspolitischen Forderung geworden. Diese Forderung ist von höchster Relevanz für das gegenwärtige und zukünftige Zusammenleben in Europa. Monolingualität wird in einem zunehmend mehrsprachigen Europa als neue Art des Analphabetismus betrachtet werden: Wer nur eine Sprache spricht, kann den schulischen und beruflichen Anschluss in Europa verpassen“ (Finkbeiner, 2002, S. 4).

Die Ergebnisse der vorliegenden Studie haben gezeigt, dass an den Schulen in Bosnien-Herzegowina bereits wichtige Schritte in dieser Richtung gemacht worden sind. Durch die Einführung von zwei Pflichtfremdsprachen an den...

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