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Alltagsrassismus erfahren

Prozesse der Subjektbildung – Potenziale der Transformation

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Astride Velho

Die subjektorientierte Studie befasst sich mit der psychischen Form rassistischer Macht und mit Potenzialen der Transformation. Die Autorin befragte Personen mit Rassismuserfahrungen mittels problemzentrierter biographischer Interviews. Die Analyse verdeutlicht, wie tief alltägliche Rassismuserfahrungen in Selbst- und Weltverhältnisse eingreifen und in welch komplexer Weise Prozesse der Subjektbildung wirksam werden. Sie beleuchtet die Verantwortung des sozialen Umfelds bei Bildungsprozessen, das entweder Dominanzverhältnisse aufrecht erhalten und Diskriminierung fortsetzen oder aber kritische Handlungsfähigkeit und Widerständigkeit stärken kann. Daraus ergeben sich wichtige Impulse für Soziale Arbeit, Pädagogik und Psychologie.
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5. Potenziale der Transformation - zwischen Schaulust, Involvierung, Exotisierung, Handlungsfähigkeit und Widerständigkeit

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Im fünften Kapitel soll das Augenmerk einerseits auf Szenen gelegt werden, in denen von kritischer Handlungsfähigkeit und Widerständigkeit berichtet wird und denen Potenziale der Transformation inne wohnen; andererseits sollen auch Erfahrungen zur Geltung gebracht werden, die als ambivalent und nicht unbedingt immer als diskriminierend eingeordnet werden – wie etwa jenen, die durch Voyeurismus geprägt sind, und jenen, die mit Exotisierung und Sexualisierung einhergehen – und ihren womöglich nicht weniger gravierenden, aber anders gestalteten involvierenden Effekten für Subjektivierungen, die Widerspruch erschweren.

5.1    Fixierung auf die Position der Anderen: Widerständige Entgegnungen, aber auch Involvierungen

Zurück zu Asha, nun mit einer Episode aus ihrer Gymnasialzeit. Diese fand in einem zweiten Gymnasium statt, an das sie wechselte, nachdem sie ihre Lage an dem ersten Gymnasium im Vorort, in dem sie lebte, als prekär empfunden hatte:

Asha (15): „Ich hab dann auch gewechselt auf eine Schule am Hauptbahnhof, wo viel mehr sozial unterschiedliche Leute zusammengekommen sind und auch mit viel mehr verschiedenen kulturellen Hintergründen und wo das alles dann auch in der Regel nicht mehr zur Sprache gekommen ist. Bis auf in K13: meine letzte Ethikklausur. Ich hatte diese Ethiklehrerin vier Jahre lang und ich hatte in diesen vier Jahren immer relativ gute Punkte in Ethik, und in meiner letzten Klausur, da hat sie mir dann irgendwie neun Punkte oder so gegeben, weil mein Deutsch nicht so gut sei, aber das sei ja auch ganz klar, weil ich ja...

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