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Salz – Weißes Gold oder Chemisches Prinzip?

Zur Entwicklung des Salzbegriffs in der Frühen Neuzeit

Jürgen Hollweg

Salz: Was verbarg sich hinter diesem Allerweltsbegriff? Handelte es sich um ein Gewürz und Konservierungsmittel, das mit Gold aufgewogen wurde? War es ein Symbol für das Bündnis Gottes mit seinem auserwählten Volk? Wurde damit ein Wirkprinzip bezeichnet, das allem Stofflichen seine Eigenschaften verleiht? War es der Ursprung aller Dinge oder ein chemisches Element? Klassifiziert der Begriff eine Stoffgruppe? Oder erhält man es als Ergebnis einer chemischen Reaktion? Wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in Handel, Handwerk und aufkommenden Manufakturen sowie in der Medizin waren die Salze in der Frühen Neuzeit ein wichtiger Forschungsgegenstand. Die Entwicklung des Begriffes in dieser Zeit und seine vielfältigen Veränderungen werden anhand von Beispielen untersucht und dargestellt.
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3. Salze gestern und heute – ein lexikalischer Überblick

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3.   Salze gestern und heute – ein lexikalischer Überblick

Wenden wir uns nun der Stoffklasse der Salze zu. Zur Einführung soll eine kleine Zeitreise durch drei Lexika aus verschiedenen Jahrhunderten dienen. Die drei bekanntesten und ausführlichsten deutschsprachigen Wörterbücher bilden dabei die Grundlage. Der „Brockhaus“1 ist zurzeit wohl die umfassendste Enzyklopädie in deutscher Sprache und besteht mit seinen Vorläufern seit etwa 200 Jahren. Noch umfangreicher ist die „Oekonomische Encyklopädie“ von Johann Georg Krünitz,2 die 242 Bände umfasst und in den Jahren 1773 bis 1858 entstand. Aus dem 18. Jahrhundert stammt das 64-bändige „Grosse vollständige Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste“,3 das von 1732 bis 1754 erschienen ist. Um Bezüge herstellen zu können, fängt die Darstellung mit der Gegenwart an.

Zunächst also der Blick in den Brockhaus aus dem Anfang des 21. Jahrhunderts; dort wird unter dem Stichwort Salze erläutert: „Salze, urspr. in ihrer Beschaffenheit dem Salz (→Kochsalz) ähnliche Stoffe, die sich durch Reaktion von Säuren und Basen (→Neutralisation) herstellen lassen. … In der modernen Chemie wird der Begriff S. v.a. für Stoffe verwendet, bei denen eine Ionenbindung. (→ chemische Bindung) vorliegt … und ist damit ein Synonym für den Begriff Ionenverbindung.“4 Das Lexikon verweist also zunächst auf stoffliche Eigenschaften und auf die stoffliche Zusammensetzung. Ohne eine genauere Erklärung wird dargestellt, dass die Eigenschaften und das Verhalten aller Salze dem Kochsalz gleich oder zumindest ähnlich sind. Zu...

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