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Salz – Weißes Gold oder Chemisches Prinzip?

Zur Entwicklung des Salzbegriffs in der Frühen Neuzeit

Jürgen Hollweg

Salz: Was verbarg sich hinter diesem Allerweltsbegriff? Handelte es sich um ein Gewürz und Konservierungsmittel, das mit Gold aufgewogen wurde? War es ein Symbol für das Bündnis Gottes mit seinem auserwählten Volk? Wurde damit ein Wirkprinzip bezeichnet, das allem Stofflichen seine Eigenschaften verleiht? War es der Ursprung aller Dinge oder ein chemisches Element? Klassifiziert der Begriff eine Stoffgruppe? Oder erhält man es als Ergebnis einer chemischen Reaktion? Wegen ihrer wirtschaftlichen Bedeutung in Handel, Handwerk und aufkommenden Manufakturen sowie in der Medizin waren die Salze in der Frühen Neuzeit ein wichtiger Forschungsgegenstand. Die Entwicklung des Begriffes in dieser Zeit und seine vielfältigen Veränderungen werden anhand von Beispielen untersucht und dargestellt.
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7. Entwicklungslinien

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7.   Entwicklungslinien

7.1  Das Prinzip „Salz“

Wie beschrieben, lassen sich mehrere Aspekte des Begriffs „Salz“ unterscheiden:

Die einzelnen Aspekte haben sich im betrachteten Zeitraum unterschiedlich entwickelt. Zur leichteren Darstellung dieser Entwicklung werden zwei Aspekte zunächst separat betrachtet, auch wenn sie für die einzelnen Autoren eine zusammenhängende, fest miteinander verwobene Einheit gebildet haben. Als erstes soll die Verwendung des Begriffs als Prinzip untersucht werden.

Die Beobachtung der Natur hatte Aristoteles zur Einführung der vier Elemente geführt, mit denen er die Grundlage der stofflichen Welt beschrieb. Diese Elemente ergaben ein in sich geschlossenes logisches Konzept, das sich jedoch im Laufe der Zeit zur Erklärung von chemischen Vorgängen und Versuchen als nicht ausreichend erweisen sollte. Zur Beschreibung der Verbrennung und insbesondere zur Deutung der Vorgänge bei der trockenen Destillation von Stoffen wurde eine andere theoretische Grundlage benötigt. Bei Paracelsus finden wir die Theorie der Prinzipien zum ersten Mal in einheitlicher Form, auch wenn er sie auf viele Schriften verteilt und unsystematisch dargestellt hat. Die Prinzipien müssen bei Paracelsus als Wirkprinzipien verstanden werden. Sie sind die Träger von Eigenschaften, die sie den Stoffen verleihen. Sie besitzen sowohl eine materielle wie auch eine immaterielle Dimension. Die makroskopischen Eigenschaften der Salze werden als Grundeigenschaften aller Materie definiert und das Prinzip „Salz“ verleiht den Körpern bestimmte Qualitäten. Der Salzbegriff bekommt durch Paracelsus eine vollkommen neue Dimension.

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