Show Less
Restricted access

Interkulturalität und Transkulturalität in Drama, Theater und Film

Literaturwissenschaftliche und -didaktische Perspektiven

Series:

Christian Dawidowski, Anna Rebecca Hoffmann and Benjamin Walter

Inwiefern spielen inter- und transkulturelle Phänomene in Drama, Theater und Film eine Rolle und welche Funktionen nehmen sie dort ein? Diesen Fragen gehen die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Beiträge des vorliegenden Bandes nach. Das Buch gliedert sich in drei Bereiche: Im ersten Teil werden im Rahmen von Grundlagenbeiträgen die Konzepte von Inter- und Transkulturalität verhandelt sowie Drama/Theater und Film in inter- und transkultureller Perspektive sowohl literaturwissenschaftlich als auch -didaktisch beleuchtet. Der zweite und dritte Teil widmen sich spezifischen Beispielen aus den Bereichen Drama und Theater sowie Film. Hier werden einzelne (mediale) «Texte» analysiert und konkrete Vorschläge für deren Einbezug in den Deutschunterricht gemacht.
Show Summary Details
Restricted access

Transkulturelle Bildung mit Film im Deutschunterricht. Eine kulturwissenschaftliche Ergründung des Handlungsfelds

Extract



1. Transkulturelle Bildung in den sprachlichen Fächern

Wie Christian Dawidowski in seiner Einführung zu diesem Band zeigt, gibt es derzeit keinen Diskurs-Konsens darüber, ob man sich eher einem Inter- oder Transkulturalitätskonzept verpflichtet fühlen sollte. Schon der Begriff der Kultur wird keineswegs einheitlich verwendet. Vertreter/innen einer interkulturellen Pädagogik plädieren für einen weitgefassten Kulturbegriff, der aber lebensweltlich rückgebunden bleibt. So versteht etwa Diana Afrashteh (2012) darunter „eine Vielzahl von komplexen Lebensweisen, unterschiedliche Praktiken und Bräuche, aber auch sämtliche Brüche und Widersprüche im Alltag der Menschen“ (ebd., S. 124). Kultur müsse als flexibles und stets im Wandel begriffenes Phänomen verstanden werden, das Kategorien der (angelsächsisch geprägten Cultural Studies) wie Klasse, Geschlecht, Sexualität, Alter, Ethnizität und Nationalität einschließe. Kultur hat folglich – und darin ist man sich weitgehend einig – stets etwas mit Identitätsbildung zu tun (vgl. Yousefi/Braun 2011, S. 47), wobei kulturelle Identität nur eine von mehreren Identitäten ist und analog zum Phänomen der Kultur dynamisch verstanden werden muss. Für die philologischen Disziplinen im Allgemeinen und die Deutschdidaktik als „eingreifende Kulturwissenschaft“ (Kepser 2013) im Besonderen bietet sich ein semiotisches Kulturverständnis an, wie es etwa der US-amerikanische Ethnologe Clifford Geertz Anfang der 1970er Jahre in die Diskussion eingebracht hat: Geertz betrachtet Kulturen als Systeme historisch vermittelter Symbole mit Zeichenfunktion, welche die Handlungen und Wertvorstellungen der Mitglieder einer Gemeinschaft beeinflussen (vgl. Geertz 1973). Zu den Symbolsystemen...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.