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Interkulturalität und Transkulturalität in Drama, Theater und Film

Literaturwissenschaftliche und -didaktische Perspektiven

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Edited By Christian Dawidowski, Anna Rebecca Hoffmann and Benjamin Walter

Inwiefern spielen inter- und transkulturelle Phänomene in Drama, Theater und Film eine Rolle und welche Funktionen nehmen sie dort ein? Diesen Fragen gehen die fachwissenschaftlichen und fachdidaktischen Beiträge des vorliegenden Bandes nach. Das Buch gliedert sich in drei Bereiche: Im ersten Teil werden im Rahmen von Grundlagenbeiträgen die Konzepte von Inter- und Transkulturalität verhandelt sowie Drama/Theater und Film in inter- und transkultureller Perspektive sowohl literaturwissenschaftlich als auch -didaktisch beleuchtet. Der zweite und dritte Teil widmen sich spezifischen Beispielen aus den Bereichen Drama und Theater sowie Film. Hier werden einzelne (mediale) «Texte» analysiert und konkrete Vorschläge für deren Einbezug in den Deutschunterricht gemacht.
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Interkulturalität als Versuchsanordnung. Das Jugendstück Türkisch Gold von Tina Müller

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Interkulturalität im Theater

Noch im Jahr 2012 konstatiert Wolfgang Sting, dass sich die Themen Migration und Interkulturalität in der aktuellen deutschen Theaterlandschaft erst zu etablieren beginnen (Sting 2012, S. 4). Diese Feststellung bezieht sich vor allem auf den Stadt- und Staatstheaterbetrieb, und zwar nicht nur auf einer inhaltlichen Ebene (Themen, Stoffe, Geschichten), sondern auch auf einer sozialen, strukturellen und politischen Ebene: die bis heute im Theater nicht selbstverständliche Einbindung von Akteuren mit Migrationshintergrund (Autoren, Regisseure, Ensemblemitglieder, Zuschauer). Auf einer dritten, künstlerisch-ästhetischen Ebene ist danach zu fragen, wie die theatrale Auseinandersetzung mit Interkulturalität und migrantischen Akteuren „eine produktive Kraft“ (ebd., S. 5) sein kann, neue Impulse für eine ästhetische Erweiterung der Kommunikationsformen sowie der Spiel- und Inszenierungsformate zu erproben und zu entwickeln. Während sich die Stadt- und Staatstheater erst langsam in diese Richtung bewegen, „zeigt sich im Kinder- und Jugendtheater, in der Theaterpädagogik und in der Freien Szene ein anderes Bild.“ (Ebd., S. 7) Hier gibt es seit Jahren entsprechende Stücke von Autoren in- oder ausländischer Herkunft;1 vor allem in Großstädten entstehen kontinuierlich und zahlreich Theaterproduktionen, die auf und hinter der Bühne mit jungen Migrantinnen und Migranten und deren biographischen Erfahrungen arbeiten, dabei ästhetische Experimente wagen und so präsent sind, dass bereits von einem „postmigrantischen Theater“ (ebd., S. 6) gesprochen wird. Schließlich gibt es theaterpädagogische Projekte, die (erfolgreich) auf die Gewinnung und Einbindung migrantischer Zuschauer/innen zielen (vgl. z. B....

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