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Jüdische Lebenswelten

Von der Antike bis zur Gegenwart

Series:

Ernst Baltrusch and Uwe Puschner

Dieses Buch stellt die Vielfalt jüdischen Lebens in Europa von der Antike bis zur Gegenwart dar. Ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Judaistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Katholischer Theologie beschreiben und untersuchen, wie sich Juden und jüdische Gemeinschaften in einer fremden Umwelt behaupteten: Wie sie sich in die sie umgebende Gesellschaft politisch, wirtschaftlich, kulturell einbringen wollten und konnten, wie sich ihr alltägliches Leben gestaltete, welchen Bedrohungen, Gefahren und Diskriminierungen sie ausgesetzt waren und wie sich der sie umgebende Staat und die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft positionierten. Um die Vielfalt der jüdischen Lebenswelten ideal präsentieren zu können, ist das Buch chronologisch angelegt. Hierzu gehört auch die singuläre Katastrophe, die Ermordung der europäischen Juden. Das entstandene Panorama jüdischen Lebens in Europa zeigt aber, dass die vielfältige jüdische Geschichte mehr als nur Konflikte, Diskriminierung und Antisemitismus bietet.
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Kampf der Kulturen? Judentum und Hellenismus

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1. Einleitung: Begriff „Kampf der Kulturen“.

Der Titel „Kampf der Kulturen“ klingt martialisch, aber er ist schon lange eingeführt und geht zurück auf einen Artikel des US-amerikanischen Politikwissenschaftlers Samuel Philips Huntington in der Zeitschrift Foreign Affairs von 1993; erweitert im Buch Clash of Civilizations and the Remaking of the World Order von 1996.1 Darin betonte Huntington, dass die globale Politik heute von antagonistischen Kulturkreisen bzw. Zivilisationen bestimmt wird, besonders von dem Gegensatz zwischen dem Westen (unter der Führung der USA) und seinen Wertvorstellungen und dem Islam, aber auch China. Die Stärken und Schwächen dieser Theorie sind viel diskutiert worden, die verschiedenen Ansätze können auf sich beruhen. Doch hat das Konzept seine Wirkung auch auf die Alte Geschichte gehabt. So überschrieb 2007 der renommierte britische Althistoriker Martin Goodman sein Buch über die jüdisch-römischen Beziehungen: Rome and Jerusalem. The Clash of Ancient Civilizations.2 Das Aufkommen der Theorie vom „Clash of Civilizations“ fällt nicht von ungefähr in die Zeit nach 1989, als sich die bipolare Weltordnung aufzulösen begann. Doch ist die Theorie oft missverstanden worden: Huntington sagt nämlich keineswegs, dass es keine anderen, z.B. nationalen Konflikte gebe und auch nicht, dass es innerhalb der „Civilizations“ keine anderen Konflikte/Auseinandersetzungen mehr gebe, sondern er spricht davon, dass Machtfragen zunehmend „ideologisch“, und das heißt jetzt: zivilisatorisch und religiös legitimiert und ausgetragen würden. Dieses Konzept ist für den Historiker keineswegs neu, denn schon antike Imperien haben...

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