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Jüdische Lebenswelten

Von der Antike bis zur Gegenwart

Series:

Ernst Baltrusch and Uwe Puschner

Dieses Buch stellt die Vielfalt jüdischen Lebens in Europa von der Antike bis zur Gegenwart dar. Ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Judaistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Katholischer Theologie beschreiben und untersuchen, wie sich Juden und jüdische Gemeinschaften in einer fremden Umwelt behaupteten: Wie sie sich in die sie umgebende Gesellschaft politisch, wirtschaftlich, kulturell einbringen wollten und konnten, wie sich ihr alltägliches Leben gestaltete, welchen Bedrohungen, Gefahren und Diskriminierungen sie ausgesetzt waren und wie sich der sie umgebende Staat und die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft positionierten. Um die Vielfalt der jüdischen Lebenswelten ideal präsentieren zu können, ist das Buch chronologisch angelegt. Hierzu gehört auch die singuläre Katastrophe, die Ermordung der europäischen Juden. Das entstandene Panorama jüdischen Lebens in Europa zeigt aber, dass die vielfältige jüdische Geschichte mehr als nur Konflikte, Diskriminierung und Antisemitismus bietet.
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Herrschaft, Widerstand, Kooperation: Rom und das Judentum in Judaea/Palaestina vor dem 4. Jh. n. Chr.

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Im Jahr 638 n. Chr. fiel Jerusalem in die Hände der muslimischen Araber; damit ging eine lange Epoche zu Ende. Judaea hatte bis zu diesem Zeitpunkt mehr als 700 Jahre unter der Herrschaft Roms gestanden. 63 v. Chr. war Gnaeus Pompeius, der später das Cognomen Magnus erhielt, im Osten des Mittelmeers erschienen, wo er fast wie ein Autokrat agieren konnte. Er gliederte das hasmonäische Königreich in das römische Imperium ein, allerdings noch nicht als direkt beherrschten Raum; die Familie der Hasmonäer behielt die Macht in ihrer Hand, doch sie und das Volk waren dem Willen Roms unterworfen. Die Herrschaft Roms endete erst mit der Eroberung von Caesarea Maritima, dem zweiten zentralen Ort der gesamten Region, im Jahr 640 n. Chr. Das Land kehrte nie mehr unter die Herrschaft von Konstantinopel, dem Neuen Rom im Osten, zurück.

Diese 700 Jahre waren geprägt von langem heftigem Widerstand vieler Juden gegen die römische Herrschaft, von offener Rebellion und schließlich der späten, aber klaren Einsicht, dass es möglich war, innerhalb des politischen System des Imperium Romanum als Juden nicht nur zu überleben, sondern sogar mit Rom letztendlich zu kooperieren.1

Die Präsenz Roms in Judaea begann als eine indirekte. Denn die unmittelbare Herrschaft Roms im nahen Osten beschränkte sich seit 63 v. Chr. zunächst auf die Provinz Syrien, also den Raum nördlich von Judaea; von dort aus konnte man den ← 31 | 32 →hasmon...

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