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Jüdische Lebenswelten

Von der Antike bis zur Gegenwart

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Edited By Ernst Baltrusch and Uwe Puschner

Dieses Buch stellt die Vielfalt jüdischen Lebens in Europa von der Antike bis zur Gegenwart dar. Ausgewiesene Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Judaistik, Geschichte, Kunstgeschichte, Literaturwissenschaft und Katholischer Theologie beschreiben und untersuchen, wie sich Juden und jüdische Gemeinschaften in einer fremden Umwelt behaupteten: Wie sie sich in die sie umgebende Gesellschaft politisch, wirtschaftlich, kulturell einbringen wollten und konnten, wie sich ihr alltägliches Leben gestaltete, welchen Bedrohungen, Gefahren und Diskriminierungen sie ausgesetzt waren und wie sich der sie umgebende Staat und die nichtjüdische Mehrheitsgesellschaft positionierten. Um die Vielfalt der jüdischen Lebenswelten ideal präsentieren zu können, ist das Buch chronologisch angelegt. Hierzu gehört auch die singuläre Katastrophe, die Ermordung der europäischen Juden. Das entstandene Panorama jüdischen Lebens in Europa zeigt aber, dass die vielfältige jüdische Geschichte mehr als nur Konflikte, Diskriminierung und Antisemitismus bietet.
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Das preußische Emanzipationsgesetz von 1812 und die deutsch-jüdische Geschichte im Zeitalter der Emanzipation

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Das preußische „Edikt […] betreffend die bürgerlichen Verhältnisse der Juden in dem Preußischen Staate“ vom 11. März 1812 gehört zu den großen, wenn auch nicht unumstrittenen Dokumenten der preußischen, deutschen und europäischen Emanzipationsgeschichte. Seine Vorgeschichte reicht bis in die Spätzeit der Regierung Friedrichs des Großen zurück, als die bürgerliche Aufklärungsbewegung nicht mehr nur in kleinen Zirkeln theoretisierte, sondern öffentlich für ihre Vorstellungen von einer neuen, aus den Fesseln der feudalen und ständischen Gesellschaft befreiten Bürgergesellschaft warb und daraus konkrete Reformforderungen ableitete. Dabei war die Mehrheit der bürgerlichen Aufklärer hinsichtlich der Integration der jüdischen Minderheit in die entstehende moderne Gesellschaft allerdings lange Zeit sehr zögernd, wenn nicht offen ablehnend. Zwar gab es schon früher vereinzelte Äußerungen und nicht zuletzt Lessings „Nathan“ aus dem Jahr 1779, in denen die Juden in einem positiveren Licht erschienen und die Möglichkeit erwogen wurde, ihnen künftig mehr Rechte zu gewähren, statt sie weiterhin rechtlich zu diskriminieren und sozial auszugrenzen, doch wurde der Durchbruch erst 1781 erzielt, als der junge preußische Beamte Christian Konrad Wilhelm Dohm, der zum Kreis der Berliner Aufklärer zählte und mit Moses Mendelssohn befreundet war, sein epochemachendes Buch veröffentlichte, das den Titel trug „Über die bürgerliche Verbesserung der Juden“.1 Zum ersten Mal in Europa wurde in diesem Buch der Gedanke einer Integration der Juden in die moderne bzw. sich modernisierende...

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