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Figurationen des Experten

Ambivalenzen der wissenschaftlichen Expertise im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert

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Eric Engstrom, Volker Hess and Ulrike Thoms

Die wissenschaftliche Expertise ist integraler Bestandteil moderner Gesellschaften. Sie wird zwar universal verstanden, ist aber nur partikular verfügbar. Daher stellt sie den Gleichheitsanspruch demokratischer Gesellschaften und ihr Prinzip aufgeklärter Entscheidungsfindung in Frage und untergräbt zudem die Möglichkeiten ihrer effektiven demokratischen Kontrolle. Mit Blick auf das Spannungsfeld von Wissenschaft, Politik und Gesellschaft verfolgen die interdisziplinären Beiträge dieses Bandes die Entstehung der gesellschaftlichen Fiktion einer partei- und subjektlosen Expertise. Dazu nehmen sie am Beispiel so unterschiedlicher Themenbereiche wie etwa dem Bergbau, der Statistik und der Pharmazie die komplexen Bedingungsgefüge dieser Figurationen und ihre performativen Strategien in den Blick.
Aus dem Inhalt: Eric J. Engstrom/Volker Hess/Ulrike Thoms: Figurationen des Experten: Ambivalenzen der wissenschaftlichen Expertise im ausgehenden 18. und frühen 19. Jahrhundert – Thomas Broman: Wie bildet man eine Expertensphäre heraus? Medizinische Kritik und Publizistik am Ende des 18. Jahrhunderts – Susanne Deicher: «So liessen sich vielleicht aus allen Bauern und Handwerkern Künstler bilden.» Zur Konzeption einer medial vermittelten Öffentlichkeit bei Wilhelm von Humboldt – Andrea Hofmeister: Professoren oder Praktiker? Externe Fachkompetenz in der preußischen Öffentlichkeitspolitik um 1800 – Jakob Vogel: Felder des Bergbaus. Entstehung und Grenzen einer wissenschaftlichen Expertise im späten 18. und 19. Jahrhundert – Stefan Brakensiek: Das Feld der Agrarreformen um 1800 – Ulrike Thoms: Arzneimittelaufsicht im frühen 19. Jahrhundert. Konflikte und Konvergenzen zwischen Wissen, Expertise und regulativer Politik – Stefan Haas: Der Experte und die Verwaltung des Todes. Symbolische und mediale Strategien medizinischer Entscheidungsexperten und administrativer Implementationsexperten am Beispiel des Diskurses über den Scheintod im frühen 19. Jahrhundert – Karl Hildebrandt: Experten wider Willen. Statistische Projekte und ihre Akteure um 1800 – Anna Märker: Mechanistische Konzepte, «virtual witnessing» und die Funktion von Öffentlichkeit in den Reformprojekten Rumfords – Joachim Westerbarkey: Illusionsexperten. Die gesellschaftlichen Eliten und die Verschleierung von Macht.