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«Die Wahl der Schriftsteller ist richtig zu leiten»

Kanoninstanz Schule- Eine Quellenauswahl zum deutschen Lektürekanon in Schulprogrammen des 19. Jahrhunderts

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Hermann Korte, Ilonka Zimmer and Hans-Joachim Jakob

Das preußische Gymnasium etabliert sich im 19. Jahrhundert als eine Kanoninstanz, die im Ensemble anderer literaturvermittelnder Institutionen unverwechselbare kulturelle und gesellschaftliche Funktionen entwickelt. Dieser Band rekonstruiert am Beispiel des wichtigen Kommunikationsmediums Schulprogramm, das wie kein anderes für Kanon- und Lehrplanfragen geschaffen war, zentrale Fragestellungen zum Prozess literarischer Kanonbildung im gymnasialen Deutschunterricht des 19. Jahrhunderts. Ausgewählt und analysiert wurden 22 Programmabhandlungen, die – entstanden zwischen 1821 und 1914 – auf exemplarische Weise einen authentischen Einblick in die Genese und Geschichte des gymnasialen Lektürekanons bieten. Mit der Dokumentation der konzeptionellen, programmatischen Seite schulischer Kanonpraxis wird das kanonische Handeln der Kanoninstanz Schule im Sozialsystem der Literatur näher beschrieben und so ein Beitrag zur historischen Kanonforschung geleistet.
Aus dem Inhalt: Hermann Korte: Innenansichten der Kanoninstanz Schule. Die Konstruktion des deutschen Lektürekanons in Programmschriften des 19. Jahrhunderts – Ilonka Zimmer: Kanon und Lesebuch. Aspekte einer Allianz – Hans-Joachim Jakob: Schulprogramme im 19. Jahrhundert. Anatomie einer Publikationsform – Johann Friedrich Christian Keck: Unterricht der deutschen Sprache auf den öffentlichen gelehrten Vorschulen (1821) – Siegmund Imanuel: Ueber den Deklamationsunterricht auf Schulen (1825) – Franz Budde: Über die Vereinigung der Geschichte der deutschen Sprache mit der deutschen Literaturgeschichte der ältern Zeit an Gymnasien (1833) – August Arnold: Pädagogisch-didactische Gedanken; I. Ueber die Wichtigkeit, die Abfassungsweise und Beschaffenheit eines «Handbuchs der deutschen Sprache und Literatur» (1842) – Karl Christian Beltz: Ueber den deutschen Unterricht in den untern und mittleren Klassen mit Beziehung auf Wackernagel’s Büchlein (IV. Theil des Lesebuches) (1843) – Heinrich Otto Hamann: Beobachtungen über das Abiturienten-Prüfungs-Reglement vom 4ten Juni 1834 (1845) – Friedrich August Gotthold: Ideal des gymnasiums (1848) – Wilhelm Caspers: Ueber die ästhetische Bildung auf Gymnasien (1854) – Adolf Kiene: Der deutsche Unterricht auf den Gymnasien (1854) – Nestor Girschner: Mittheilungen aus den deutschen Unterrichtsstunden der Secunda des Gymnasiums (1861) – Friedrich Eiselen: Das ästhetische Element in der Schule (1864) – J. Meuser: Der deutsche Unterricht auf den unteren und mittleren Gymnasial-Classen (1871) – Heinrich Bigge: Einrichtung und Gliederung des deutschen Unterrichts in den unteren und mittleren Klassen (1877) – Gustav Wendt: Zum Lehrplane des Gymnasiums (1877) – Friedrich Wilhelm Bindseil: Zur Methodik des deutschen Unterrichts in der Prima der Gymnasien (1883) – Richard Forst: Lehrplan für den deutschen Unterricht (1888) – Richard Buchheim: Zum deutschen Unterricht (1890) – Gustav Fabricius: Die Aufgaben des deutschen Unterrichts an unserm Realgymnasium (1893) – Hermann von Guericke: Zum deutschen Unterricht in der Unter-Secunda (1898 und 1899) – Hermann Große: Zum deutschen Unterricht (1899) – Paul Goldscheider: Die Grundzüge der neuen Lehrpläne, dargestellt für den Kreis der allgemeinen Bildung (1902) – O. Helms: Pflichtmässige Privatlektüre neuerer Literatur und deutscher Unterricht (1914).