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Kompetenzzuschreibungen und Positionierungsprozesse

Eine postkoloniale Dekonstruktion im Kontext von Migration und Arbeitsmarkt

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Frauke Meyer

Diese Studie verknüpft feministisch-postkoloniale Theorieansätze mit der Methode der grounded theory, um die Begriffe Kompetenz und interkulturelle Kompetenz aus einer für die deutschsprachige Erziehungswissenschaft wenig gewöhnlichen Perspektive empirisch zu untersuchen. Die postkoloniale Kritik an der Addition sozialer Kategorien ernst nehmend, untersucht die Autorin (interkulturelle) Kompetenz hinsichtlich ihrer machtstabilisierenden Funktion. Wie wird Kompetenz über das Zusammenwirken sozialer Kategorien wie Rasse, Klasse, Geschlecht, Alter erzeugt? Welche beruflichen Positionen assoziieren spezifische Kompetenzkonstruktionen? Welche Strategien entwickeln «geanderte» und «weiße deutsche» Arbeitnehmende im Umgang mit solchen Kompetenzzuschreibungen und Positionierungen?

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I Entdeckendes Forschen: Verwobenheit von Theorie und Empirie

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In diesem Teil geht es um die Explikation der methodischen Vorgehensweise einer grounded theory, die theoretische Zugänge und empirische Analyse als ineinandergreifendes Ensemble versteht. Daher werden in diesem Teil neben der methodischen Anlage auch das Vorgehen bei der Datenauswertung, die theoreti- sche Verortung dieser Studie in postkolonial dekonstruktiven Forschungsansät- zen dargelegt und die beiden zentralen Begriffe »Kompetenz« und »Positionie- rung« analysiert. Diese Verwobenheit von Theorie und Empirie entfalte ich im Folgenden in vier Schritten: Zunächst lege ich die Grundzüge einer grounded theory dar und zeige auf, wie sie sich mit postkolonialen dekonstruktiven Ansätzen verbinden lässt. In diesem Zusammenhang beschreibe ich auch die Forschungsschritte, die zur Entwicklung der Fragestellung geführt haben (Kap. I 1). In einem zweiten Schritt beschreibe ich anhand der Methode des theoretical samplings, wie das Sample schrittweise erstellt und ausgewertet wurde. Außer- dem gebe ich einen detaillierten Überblick über die Struktur des so entwickelten Gesamtsamples (Kap I 2). Sodann wird die theoretische Verortung dieser Studie in postkolonialen de- konstruktiven Ansätzen erläutert. Es wird darum gehen, was Postkolonialität in der BRD bedeuten kann und welche Perspektiven insbesondere eine feminis- tisch-postkoloniale Dekonstruktion im Hinblick auf das Thema dieser Arbeit eröffnet. In diesem Zusammenhang referiere ich das feministisch-postkoloniale Paradigma des Ineinandergreifens verschiedener Kategorien (u.a. »Rasse«, »Klasse«, »Geschlecht«). Unter Rückgriff auf feministisch-postkoloniale Theo- riebildung und den in diesem Kontext entwickelten Ansatz der kritischen Weiß- seinsforschung postuliere ich am Beispiel des historischen Gewordenseins von »Deutschsein« die Notwendigkeit, (u.a.) »Rasse...

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