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Mehrsprachigkeit durch bilingualen Unterricht?

Analysen der Sichtweisen aus europäischer Bildungspolitik, Fremdsprachendidaktik und Unterrichtspraxis

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Bettina Deutsch

Die Autorin untersucht, ob bilingualer Unterricht automatisch Mehrsprachigkeit fördert. Diese Annahme legen europapolitische Dokumente und fremdsprachendidaktische Veröffentlichungen häufig nahe. Dabei gilt Einsprachigkeit als Ziel guten bilingualen Unterrichts. Ob und wie dieser Widerspruch aufgelöst werden kann, diskutieren Dokumente aus Bildungspolitik, fachdidaktische Konzepte und die Akteur_innen selbst. Die Triangulation der unterschiedlichen Perspektiven ergibt ein differenziertes Gesamtbild der Zusammenhänge von Mehrsprachigkeit und bilingualem Unterricht und ermöglicht eine neue Sichtweise auf dieses besondere Verhältnis.

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4. Die empirische Studie

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4.1 Erkenntnisinteresse und Vorannahmen Mein Erkenntnisinteresse für die empirische Studie ergab sich aus der Beschäfti- gung mit den Dokumenten der europäischen Sprachen- und Bildungspolitik und der Forschungsliteratur zum Thema institutionelle Förderung von Mehrspra- chigkeit durch den CLIL-Unterricht. Die ständig steigende Zahl von Schule in Deutschland (KMK 2013: 4), die bilingualen Unterricht anbieten, scheint die The- se der Europapolitiker_innen, bilingualer Unterricht gehöre zum Königsweg, um Mehrsprachigkeit zu fördern zu bestärken (Europäische Kommission 1995: 62, Kommission der Europäischen Gemeinschaften 2003: 9, Europäisches Parlament 2005: 6, Rat der Europäischen Union 2008a: 0002). Im ersten KMK-Bericht von 1999 wurden 366 Schulen gezählt, die bilingualen Unterricht angeboten haben, im Bericht der KMK von 2013 wurden mehr als 1500 Schulen statistisch erfasst (KMK 2013: 4). Da bilinguale Module nicht meldepflichtig sind, sind diese nicht in diesen Zahlen enthalten, so dass die tatsächliche Zahl an Schulen mit bilingua- lem Unterricht noch einmal erheblich höher sein dürfte. Zur Begriffsbestimmung sei auf Breidbach (2007: 23–27) verwiesen. Da in der Schulpraxis der Begriff „bi- lingualer Unterricht“ geläufig ist und dieser in Deutschland von der KMK ver- wendet wird, benutze ich im empirischen Teil dieser Arbeit ebenfalls den Begriff „bilingualer Unterricht“, vor allem wenn es um die konkrete Schulpraxis geht, wohl wissend, dass dieser Begriff problematisch ist und selten wirklich bilingual unterrichtet wird. Das Interesse meiner gesamten Forschungsarbeit lag darin, die Zusammen- hänge zwischen den Konzepten von institutioneller Mehrsprachigkeit und...

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